Tamáss

5. Juni 2017

Schon Robert Schumann träumte Von fremden Ländern und Menschen und tatsächlich: Reich ist die Welt der Klänge und längst nicht beschränkt auf mitteleuropäische Tradition. Heute bietet sich mehr denn je die Chance, dem Reiz unterschiedlicher Musiken zu erliegen. Das arabische und persische Wort „Tamáss“ vereint zwei sehr unterschiedliche Bedeutungen in sich: Auf der einen Seite heißt es Berührung, Kontakt und auf der anderen Seite Grenze und Konfrontation und umschreibt damit den Grundgedanken einer außergewöhnlichen Klanginszenierung, in der herausragende Künstler aus Europa und dem arabischen Raum gemeinsam mit Musikern des Staatsorchesters, Solisten des Ensembles und Mitgliedern des Ensembles LebiDerya auf der Bühne stehen: Klänge wandern durch den Raum und um das Publikum herum, europäische Kammermusik trifft auf improvisatorische Interaktionen, ausdrucksstarke arabische Instrumentalmusik, virtuose Jazzsolos und berührender Operngesang auf musikalische Installationskunst.
Reibung und scharfe Kontraste sind vorprogrammiert, wenn in Tamáss unterschiedliche musikalische Materialien zu einer widersprüchlichen und doch gemeinsamen Sprache geformt werden. So lassen die Akteure musiktheatrale Szenen entstehen, denen eine große Frage unserer Zeit zugrunde liegt: Was ist das (musikalisch) Eigene und wo und wie kann es dem Fremden begegnen?

Spielort:

Staatstheater Mainz
Gutenbergplatz 7
55116 Mainz , RP
Rheinland-Pfalz
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