URAUFFÜHRUNG THE PAST AM 7. NOVEMBER 2014 IM FESTSPIELHAUS HELLERAU

THE PAST setzt sich mit der Gedächtniskunst auseinander, die seit der antiken ars memoriae an Orte und Räume, also insbesondere an Architektur gekoppelt ist. Ausgangspunkt ist die Stadt als konkreter geografischer Ort, als Anker für das Gedächtnis, als Vorstellung und Geisteshaltung. Was passiert mit den Erinnerungen, was passiert mit den sich erinnernden Menschen, wenn dieser physische Ort zerstört wird?

Constanza Macras hat Zeitzeuginnen in Dresden befragt, die sich an eine Stadt erinnern, wie sie heute nicht mehr existiert, sich frühe Kindheitserinnerungen ihrer Tänzer erzählen lassen und daraus ein ungewöhnliches Stück Tanztheater geschaffen. Die Aktionen im Stück beziehen sich immer wieder auf frühe Techniken der Gedächtniskunst, wo Bilder für das zu Erinnernde gefunden und angeordnet werden mussten. Kernstück dieser Mnemotechnik ist dabei die räumliche Ordnung. Wie benutzen wir Räume und Orte, um uns zu erinnern? Das Stück untersucht architektonische Orte als narrative Instrumente unserer Geschichte: in der Neuschreibung der Geschichte, der Überwindung ihrer Wunden und im Verstehen gegenwärtiger Ereignisse als Teil eines konstanten Zyklus, den wir als das Vergehen der Zeit verstehen. Zu einer eigens dafür kreierten

Musikkomposition von Oscar Bianchi entsteht eine dynamische Choreografie zwischen kollektivem und individuellem Gedächtnis. Das Gedächtnis erweist sich dabei gleichzeitig als Fluch und Segen. An Jean Pauls Ausspruch, Erinnerungen seien die Paradiese, aus denen man nicht vertrieben werden könne, lässt sich daher für das Gedächtnis anschließen, es sei gleichzeitig die Hölle, vor der man nicht entfliehen kann.

(Carmen Mehnert)

 

“You mother dance fucker!

“Why don't you take me to a darker loci?” (“why don't you take me to a darker locum?” is gramatically correct.)

“Ich sage mal zu dem Wort „Trauma“, das kannten wir nicht.”

“I am sick and tired of you people gentrifying my memory loci.”

 

Regie/ Choreographie: Constanza Macras

Musik/ Komposition: Oscar Bianchi

Dramaturgie: Carmen Mehnert

Von und mit: Louis Becker, Emil Bordás, Fernanda Farah, Luc Guiol, Miako Klein, Nile Koetting, Johanna Lemke, Ana Mondini, Felix Saalmann, Miki Shoji, Michael Weilacher

Musiker: Miako Klein, Michael Weilacher

Licht: Sergio Pessanha

Ton: Stephan Wöhrmann

Bühne: Laura Gamberg / Chika Takabayashi

Stage Manager: Welko Funke

Technische Leitung: Kai Kaden / Welko Funke

Kostüme: Alison Saunders

Kostümassistenz: Daphna Munz

Regieassistenz: Felipe Amaya / Nikoletta Fischer

Hospitanz: Lea Gugger, Victor Colmenero Mir, Laia Alberich Casañas, Louise Douet-Sinenberg, Vincenzo Mazzone, Clara Calero Durán

Produktion: Katharina Wallisch

Produktionsoffice: René Dombrowski

Praktikantinnen: Fiederike Aps, Raquel Moreira

Metallgestaltung: Werner Knoof, Andreas Nestler

Tour: Ricardo Frayha

Projektkoordination Doppelpass: Anne-Katrin Schmidt / Katharina Wallisch

 

Dauer  100 min. / keine Pause

Eine Produktion von CONSTANZA MACRAS | DORKY PARK und HELLERAU- Europäisches Zentrum der Künste in Koproduktion mit der Schaubühne am Lehniner Platz. Gefördert im Fonds
 Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes. Mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Besonderer Dank gilt den Zeitzeuginnen Hanna Günzler, Ursula Henning, Nora Lang und Ingrid Schulz.

Der zweite Teil des Projektes THE PAST wird im Frühjahr 2016 aufgeführt und untersucht die Entkoppelung von Erinnerungen und Orten im digitalen Zeitalter.

 

Galerie: 
© Thomas Aurin
© Thomas Aurin
© Thomas Aurin
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