Das Fremde/ ALIENIdentität

Die zweite Produktion im Rahmen unserer Doppelpass-Kooperation mit dem Societaetstheater Dresden steht in den Startlöchern! 
Nach „Das Eigene/ HEIMAT“ folgt nun „Das Fremde/ ALIENIdentität“.
Wir wollen uns dem Fremden nähern – als alltägliches Phänomen, als Verunsicherung, als Anziehungspunkt, als Ungewissheit. Das Fremde als Konstruktion. 

Anhand kurzer Portraits stellen wir Euch hier unsere Darsteller vor. Wir haben ihnen Fragen zu ihrer Wahrnehmung des Fremden gestellt, sie mit ihren eigenen Routinen konfrontiert und dabei nicht die Rolle der allgegenwärtigen Maske vergessen....

Los geht´s: Unsere Praktikantin hat ein erstes kleines Interview mit einer unserer Performerinnen von 
Das Fremde / ALIENIdentität gemacht:

Rosabel Huguet

Geboren in Spanien, lebt Rosabel jetzt in Berlin. Sie spricht Katalanisch, Spanisch, Englisch, Deutsch, ein bisschen Italienisch und sicher auch noch ein paar geheime Sprachen. 

Was hat dich dazu veranlasst an dieser Produktion teilzunehmen ? 
Der wichtigste Austausch ist der mit dem Fremden.

Versuchst du dich, wenn du etwas als fremd wahrnimmst, ihm zu nähern ? 
Ja, behutsam.

Wie fühlt sich das an ?
Grenzenlos.

Denkst du, dass Masken das Fremde unterdrücken oder unterstützen ?
Das hängt von der Maske ab, ich denke es funktioniert in beide Richtungen. Für mich geht es nicht um die Maske, es hängt von der Person ab, die sie trägt.

Wann trägst du eine Maske ?
Wenn ich mich nicht wohl in meiner Haut fühle oder wenn ich einfach einen schlechten Tag habe. An diesen Tagen trage ich normalerweise Lippenstift, das ist meine Maske.

 

Das zweite Interview mit einem unserer Darsteller von Das Fremde / ALIENIdentität:

Matthias Wagner

Matthias ist in Dresden geboren und aufgewachsen - und hatte gerade sein Engagement am Stadttheater beendet, er hatte keine Lust mehr auf das System.... Gut für uns - so war er frei Teil unserer Produktion zu sein. Wie viel Glück wir doch haben!

Was ist deine erste Erinnerung verbunden mit dem Gefühl fremd ? 
Ich glaube, als ich eingeschult wurde, war sehr viel für mich fremd. Das Schulsystem, die Lehrer und einfach die tägliche Pflicht.

Versuchst du dich, wenn du etwas als fremd wahrnimmst, ihm zu nähern ? 
Ja, definitiv.

Wie fühlt sich das an ?
Sehr komplex. Erst ist da die Neugierde, dann ist es Spannung, gepaart mit Angst. Aber da es meistens mit einem Erfolgserlebnis und Erfahrung verknüpft ist, fühlt es sich sehr gut an!

Wann trägst du eine Maske ?
Immer, außer wenn ich schlafe oder meditiere.

 

Die dritte Fragestunde fand statt mit unserer Darstellerin:

Nastia Ivanova

Nastia ist in St. Petersburg geboren und aufgewachsen. Sie studierte Tanz unter anderem in Frankfurt am Main. Nun lebt sie wieder in St. Petersburg und reist regelmäßig nach Frankreich, um dort Gasttänzerin der Emanuel Gat Company zu sein.

Was ist deine letzte Erinnerung an das Gefühl ein Fremder zu sein oder jemanden als einen Fremden zu empfinden?
Als ich zurück zu dieser Produktion kam, nachdem ich einige Wochen nicht dabei war. Ein neuer Raum, neue Umgebung, neue Erfahrungen, alle sind zum ersten mal zusammengekommen.

Versuchst du dem Fremden näher zu kommen?
Das kommt auf die Situation an.
Ich versuche die Situation zu erkunden, zu erforschen. Ich versuche das Fremde zu akzeptieren, als ob es immer schon in meinem Leben gewesen wäre. Oder ich versuche Abstand zu gewinnen, um es dann zu einem Teil von mir/ meinem Leben werden zu lassen.

Akzeptanz, Risiko eingehen, eintauchen, tiefer graben, versuchen, berühren, beobachten, riechen...
Wie fühlt sich das an?
Herausvordernd, unvorhersehbar, enttäuschend, erfüllend.

Was verbindest du mit Masken?
Jemand anderes sein, schauspielen, vortäuschen, versuchen etwas zu tun oder zu sagen, was man ohne das Tragen einer Maske nie tun oder sagen würde, Stammeskultur, intim, märchenhaft, mutig und schwach sein zu gleich.

Wann trägst du eine Maske?
Auf der Bühne...
Aber sogar hinter den Masken versuche ich ehrlich, authentisch zu sein. Bleiben wie man ist, anderen die Möglichkeit geben zu akzeptieren und dich kennen zu lernen.

 

Das vierte Interview mit unserem Musiker:

Simon Goff

Geboren und aufgewachsen in England lebt Simon nun in Berlin. Wir nennen ihn zärtlich das Brexkid. Er spielt mehrere Instrumente, darunter auch das Instrument der wohl geformten Gedanken.
Zudem bringt er unsere Choreographin mit seiner großartigen Musik zum Weinen.

Warum hast du dich dazu entschlossen, Teil der Produktion zu sein?
2015 gab ich einen Workshop, der auf ein anderes Tanzstück hinarbeitete, Johanna war auch dabei und fragte mich danach, ob ich Teil ihrer neuen Produktion sein könnte.
Ihre Art zu arbeiten ist sehr anders als meine, wenn es um Tanz/ Theater/ Bühnenstücke geht. 
Allerdings wiederum sehr ähnlich zu meiner Art Musik zu produzieren. Ich war interessiert zu sehen, wie das zusammenkommen kann.

Was ist deine erste Erinnerung in Verbindung mit "fremd" / Was verbindest du jetzt damit?
Seit 10 Jahren arbeite ich als freischaffender Musiker und bin seitdem konstant in sehr unterschiedlichen Ländern und Städten auf der ganzen Welt unterwegs. Irgendwann hörte es auf, dass Dinge mir fremd waren. Sie waren einfach nur ein bisschen anders als alles, was ich bis dahin gesehen oder erlebt hatte. Viele Orte sind sich viel ähnlicher als es auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mag. Das ist wohl das für mich Interessanteste und es bringt mich immer wieder dazu, weiter zu machen. 
Ich möchte bitte nie vergessen, dass alles was sich "fremd" oder "anders als andere" anfühlt, eigentlich nur kleine Details sind. Im Grunde sind wir uns alle viel ähnlicher, als dass wir verschieden wären.

 

Fotos: the guts company 

Galerie: 
Video: 

Termine:

22. November 2017 - 19:00
23. November 2017 - 19:00
2. März 2018 - 10:00
23. März 2018 - 19:00
11. Mai 2018 - 19:00
12. Mai 2018 - 19:00
1. Juni 2018 - 19:00
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